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Ratgeber

Wer stellt die Eigenmarke her? Aldi, Lidl, Rewe und Edeka über das Kennzeichen zurückverfolgen

Milsani, Milbona, ja! oder Gut & Günstig: Das Identitätskennzeichen verrät den Betrieb, der das Produkt zuletzt verarbeitet oder verpackt hat. So gehen Sie vor, und was das Zeichen nicht beweist.

Quellen geprüft am 18.9.2026. Sachliche Information, keine Rechtsberatung.

In vier Schritten zum Betrieb

Handelsmarken wie Milsani, Milbona, ja! oder Gut & Günstig nennen auf der Vorderseite kein herstellendes Unternehmen. Das ovale Identitätskennzeichen auf der Packung nennt es doch, wenn auch nicht mit Firmennamen, sondern mit einer Zulassungsnummer. So kommen Sie vom Becher zum Betrieb:

  1. Das Oval suchen. Es steht selten auf der Schauseite, sondern klein am Becherrand, auf dem Deckel, auf der Rückseite neben der Zutatenliste oder auf der Siegelfolie.
  2. Den Code ablesen. Wichtig ist die mittlere Zeile, also etwa BY 718. Die Zeilen DE und EG können Sie mit eingeben oder weglassen.
  3. Nachschlagen. Die Suche akzeptiert DE BY 718 EG, BY 718 und DE-BY-718-EG gleichermaßen.
  4. Die Betriebsseite lesen. Dort stehen Name und Anschrift des zugelassenen Betriebs, das Bundesland, die Sektionen der Zulassung und, soweit erfasst, Produkte und Marken, die dieses Kennzeichen tragen.

Was das Kennzeichen belegt und was nicht

Das Kennzeichen nennt den Betrieb, der das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt hat. Diese Aussage ist eng: Sie sagt nichts über Rezeptur oder Rohstoffe und beweist auch nicht, dass zwei Produkte aus demselben Betrieb dasselbe sind.

Was das Identitätskennzeichen beantwortet und was nicht
FrageAntwort aus dem Kennzeichen
Welcher Betrieb hat das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt?Genau das steht im Oval. Über die Zulassungsnummer lässt sich der Betrieb in der amtlichen Liste nachschlagen.
Wird dieser Betrieb überwacht?Ja. Das Zeichen zeigt laut Bundesernährungsministerium, dass der Betrieb "nach EU-weiten Hygienestandards arbeitet und entsprechend überwacht wird".
Ist die Eigenmarke identisch mit dem Markenprodukt aus demselben Betrieb?Nicht zwangsläufig. Rezeptur, Rohstoffe und Qualitätsstufen können abweichen, obwohl beide Produkte dieselbe Nummer tragen.
Woher stammen die Rohstoffe?Steht nicht im Oval: "Die Herkunft der Rohstoffe ist daraus jedoch nicht abzuleiten." (BMLEH)

Der häufigste Irrtum

Der letzte Punkt ist der häufigste Irrtum. Aus einer gemeinsamen Zulassungsnummer folgt, dass beide Packungen dieselbe Produktionsstätte verlassen haben. Ob dort für beide dieselbe Rezeptur, dieselbe Rohstoffqualität und dieselbe Prozessführung verwendet wurde, geht daraus nicht hervor; Hersteller produzieren im selben Werk regelmäßig mehrere Qualitätsstufen.

Wenn mehrere Kennzeichen auf einer Packung stehen

Manche Verpackungen tragen zwei oder mehr Ovale. Das ist kein Fehler: Jeder zulassungspflichtige Betrieb, der das Erzeugnis in der Kette bearbeitet oder verpackt, kann sein Kennzeichen setzen. Bei Eiern etwa steht das Kennzeichen der Packstelle auf der Schachtel, bei zusammengesetzten Produkten kann neben dem Verarbeiter auch ein Umpackbetrieb auftauchen.

Wer nur ein Oval sucht und mehrere findet, liest deshalb am besten jedes einzeln ab und schlägt beide nach. Erst dann wird die Kette sichtbar: welcher Betrieb hergestellt und welcher zuletzt verpackt hat. Für die Frage nach dem Hersteller ist meist der Betrieb interessant, dessen Zulassung zur Warengruppe des Produkts passt.

Für die Suche heißt das: Schlagen Sie alle Nummern nach. Die Betriebsseiten zeigen an den Sektionen, welche Rolle der jeweilige Betrieb hat, etwa Rohmilch und Molkereiprodukte oder Eier und Eiprodukte.

Welche Produkte hier zugeordnet sind

Die offene Produktdatenbank Open Food Facts erfasst Verpackerkennzeichen im Feld emb_codes. Diese Angaben stammen von Freiwilligen, die Packungen abfotografieren und abtippen. Auf dieser Seite sind daraus Produkte 659 Betrieben zugeordnet, und 589 Marken haben eine eigene Seite mit den Betrieben, die für sie erfasst sind.

Damit lässt sich die Richtung umkehren: Statt vom Kennzeichen zum Betrieb können Sie von der Marke aus schauen, welche Betriebe für sie erfasst sind. Auffällig ist dabei, wie oft mehrere Betriebe unter derselben Handelsmarke auftauchen. Das ist der Normalfall und kein Widerspruch: Ein Handelsunternehmen kann dasselbe Sortiment regional von verschiedenen Betrieben beziehen, und über die Jahre wechseln Lieferanten.

Maßgeblich bleibt deshalb immer die Packung in der Hand. Die Datenbank bildet einen Stand ab, nicht die Gegenwart, und sie ist nicht vollständig: Erfasst ist, was jemand eingetragen hat. Die amtliche Seite der Auskunft, also wer unter einer Zulassungsnummer zugelassen ist, stammt dagegen aus der Betriebsliste des BVL und ist der belastbare Teil dieser Recherche.

Wenn kein Produkt hinterlegt ist

Zu den meisten Betrieben ist kein einziges Produkt erfasst, und das ist normal. Schlachthöfe, Zerlegebetriebe, Kühlhäuser und Zulieferer erscheinen praktisch nie auf einer Endverpackung im Supermarkt. Auch bei Molkereien und Fleischwarenherstellern hängt es davon ab, ob jemand das Produkt in die Datenbank eingetragen hat.

Am Ergebnis ändert das nichts: Wenn Ihre Packung das Kennzeichen DE BY 718 EG trägt, gehört sie zu dem Betrieb, der unter dieser Nummer zugelassen ist, auch wenn die Produktliste leer bleibt. Findet die Suche die Nummer gar nicht, hilft die Liste der sieben Ursachen.

Häufige Fragen

Beweist ein gemeinsames Kennzeichen, dass Eigenmarke und Markenprodukt identisch sind?

Nein. Es belegt, dass beide Produkte denselben Betrieb zuletzt durchlaufen haben. Rezeptur, Rohstoffe und Qualitätsstufen können sich unterscheiden; darüber sagt das Kennzeichen nichts.

Warum trägt manche Eigenmarke gar kein ovales Kennzeichen?

Weil die Pflicht nur für Erzeugnisse tierischen Ursprungs aus zulassungspflichtigen Betrieben gilt. Rein pflanzliche Produkte fallen nicht darunter, ebenso wenig Ware aus Einzelhandelsbetrieben, die direkt an Endverbraucher abgeben, und rohe Eier in der Schale.

Kann ich auch von der Marke aus suchen?

Ja. Unter Marken sind 589 Marken mit den Betrieben verknüpft, die in Open Food Facts für sie erfasst sind. Die Zuordnung stammt aus Verpackungsangaben von Freiwilligen und ist nicht vollständig.

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Weitere Artikel

Quellen: Verordnung (EG) Nr. 853/2004, Anhang II Abschnitt I (EUR-Lex); Bundesernährungsministerium, "Das Identitätskennzeichen" (bmleh.de); Listen der zugelassenen Betriebe des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLtU), Stand 10.9.2026; Codes nach der Legende der EU-Kommission (SANCO/2179/2005).

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