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Ratgeber

Kennzeichen nicht in der Liste? Sieben Gründe und was Sie dann tun

Tippfehler, ausländischer Betrieb, alte Nummer, ruhende Zulassung, Betrieb ohne Zulassungspflicht: Warum ein Code nicht in der BVL-Liste steht und wie Sie den Hersteller trotzdem finden.

Quellen geprüft am 18.9.2026. Sachliche Information, keine Rechtsberatung.

Sieben Gründe, warum ein Code nicht in der Liste steht

1. Tippfehler beim Ablesen

Der häufigste Fall. Die Prägung ist klein, der Druck oft blass. Besonders leicht verwechselt werden diese Zeichen:

Häufige Lesefehler beim Abtippen des Kennzeichens
GelesenGemeintHinweis
O0In der Nummer stehen nur Ziffern, in den Buchstabenteilen nur Buchstaben.
I1Auf geprägten Deckeln kaum zu unterscheiden.
B8Bei kleiner Prägung oder abgeriebenem Druck.
S5Vor allem auf Folienaufdrucken.

Ebenfalls verbreitet: vertauschte Ziffern und ein verrutschtes Leerzeichen zwischen Bundesland-Kürzel und Nummer.

2. Ein ausländischer Betrieb

Steht in der oberen Zeile nicht DE, sondern etwa AT, NL, PL oder DK, wurde das Erzeugnis zuletzt in einem Betrieb dieses Landes bearbeitet. Diese Seite deckt die deutschen Betriebe ab. Die Listen der übrigen Mitgliedstaaten veröffentlicht die EU-Kommission auf food.ec.europa.eu, ergänzt um das System TRACES.

3. Eine alte Nummer

Nummern im Format DE-081376 oder mit Betriebsartkürzeln wie EV stammen aus der Zeit vor 2007 und mussten nie umgestellt werden. In der aktuellen Liste stehen 955 Betriebe ausschließlich mit einer solchen Nummer. Sie sind hier unter der alten Nummer erreichbar; mehr dazu im Artikel Alte Zulassungsnummern.

4. Die Zulassung ruht oder ist erloschen

Wird eine Zulassung ausgesetzt oder aufgehoben, verschwindet der Betrieb aus der amtlichen Liste. Auf einer Packung aus dem Vorrat kann das Kennzeichen trotzdem noch stehen. Auskunft gibt in diesem Fall die zuständige Behörde des Bundeslandes.

5. Ein Betrieb ohne Zulassungspflicht

Einzelhandelsbetriebe, die direkt an Endverbraucher abgeben, sind nach Artikel 1 Absatz 5 der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 in der Regel nicht zulassungspflichtig. Metzgereien, Supermärkte und Gastronomie führen deshalb üblicherweise kein Identitätskennzeichen; was Sie gelesen haben, ist dann eine andere Nummer, etwa ein Bio-Kontrollstellencode oder eine Chargennummer.

6. Ein Genusstauglichkeitskennzeichen

Haben Sie die Nummer von einem Stück Fleisch abgelesen und nicht von einer Endverpackung, gehört sie zum Schlachtbetrieb. Diesen Stempel bringt die zuständige Behörde an, in der Praxis der amtliche Tierarzt. Er ist auffindbar, verweist aber auf einen anderen Betrieb als den auf der Verpackung. Der Unterschied im Detail.

7. Mehrere Kennzeichen auf einer Packung

Trägt ein Produkt zwei oder mehr Ovale, etwa das der Packstelle und das des Verarbeiters, haben Sie vielleicht Teile zweier Nummern gemischt. Lesen Sie jedes Oval für sich und schlagen Sie beide nach.

Was Sie der Reihe nach prüfen

  1. Nur die mittlere Zeile eingeben. Die Suche kommt mit DE BY 718 EG, BY 718 und DE-BY-718-EG zurecht; im Zweifel reicht die Nummer allein.
  2. Ziffern und Buchstaben trennen. Vor der Nummer stehen Buchstaben, danach Ziffern. Ein O in der Zahl ist eine Null, ein I eine Eins.
  3. Das Landeskürzel prüfen. Steht dort nicht DE, ist der Betrieb im Ausland zugelassen.
  4. Bei gutem Licht nachlesen. Prägungen auf Deckeln lassen sich mit Schräglicht und Kamerazoom oft besser entziffern als mit bloßem Auge.
  5. Nach Name und Ort suchen. Die Adresszeile der Verpackung führt häufig ebenfalls zum Betrieb.

Den Hersteller trotzdem finden

Auch ohne Treffer gibt es Wege. Über die Marke lässt sich nachsehen, welche Betriebe für sie erfasst sind: die Markenübersicht verknüpft 589 Marken mit Betrieben aus Open Food Facts. Über die Bundesländer und die Branchen kommen Sie zu allen Betrieben einer Region oder einer Warengruppe.

Das amtliche Original steht in der BVL-Betriebsliste. Sie enthält den tagesaktuellen Stand; diese Seite bildet den Export vom 10.9.2026 ab. Für verbindliche Auskünfte zu einem einzelnen Betrieb ist die zuständige Behörde des Bundeslandes zuständig, die die Zulassung erteilt hat.

Und manchmal ist die Antwort schlicht, dass Sie kein Identitätskennzeichen vor sich haben. Auf Verpackungen stehen viele Codes: Chargen- und Losnummern, Kontrollstellencodes der Bio-Zertifizierung, Prüfzeichen und interne Kennungen des Abfüllers. Nur der ovale Stempel mit Land, Zulassungsnummer und EG lässt sich in der Betriebsliste nachschlagen; alles andere gehört in andere Verzeichnisse oder ist gar nicht öffentlich auflösbar.

Häufige Fragen

Was tun, wenn die Suche mein Kennzeichen nicht findet?

Prüfen Sie zuerst die Schreibweise, vor allem O gegen 0 und I gegen 1, und geben Sie nur die mittlere Zeile ein. Steht in der oberen Zeile nicht DE, ist der Betrieb im Ausland zugelassen. Sonst kann es sich um eine alte Nummer, eine erloschene Zulassung oder um gar kein Identitätskennzeichen handeln.

Warum verschwinden Betriebe aus der Liste?

Weil die Liste nur aktuell zugelassene Betriebe enthält. Ruht eine Zulassung oder ist sie erloschen, wird der Eintrag entfernt, während Verpackungen mit dem Kennzeichen noch im Umlauf sein können.

Wo finde ich Kennzeichen aus anderen EU-Staaten?

Bei der Europäischen Kommission auf food.ec.europa.eu, wo die Listen der Mitgliedstaaten zusammengeführt sind, ergänzt um das System TRACES. Diese Seite deckt die in Deutschland zugelassenen Betriebe ab.

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Weitere Artikel

Quellen: Verordnung (EG) Nr. 853/2004, Anhang II Abschnitt I (EUR-Lex); Bundesernährungsministerium, "Das Identitätskennzeichen" (bmleh.de); Listen der zugelassenen Betriebe des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLtU), Stand 10.9.2026; Codes nach der Legende der EU-Kommission (SANCO/2179/2005).

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