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Ratgeber

Eiercode 0-DE-1234567 oder Identitätskennzeichen? Zwei Codes auf Eierpackungen

Auf dem Ei steht der Erzeugercode mit Haltungsform und Legebetrieb, auf der Packung das ovale Kennzeichen der Packstelle. Welcher Code was verrät und wo Sie beide nachschlagen.

Quellen geprüft am 18.9.2026. Sachliche Information, keine Rechtsberatung.

Der Erzeugercode auf dem Ei

Auf jedem einzelnen Ei steht ein Code wie 0-DE-1234567. Er folgt den EU-Vermarktungsnormen für Eier, die in der Verordnung (EG) Nr. 589/2008 stehen, und besteht aus drei Teilen.

Die erste Ziffer nennt die Haltungsform:

Erste Ziffer des Erzeugercodes auf dem Ei
Erste ZifferHaltungsform
0ökologische Erzeugung
1Freilandhaltung
2Bodenhaltung
3Käfighaltung, einschließlich Kleingruppenhaltung

Danach folgt der Ländercode, für Deutschland DE. Den Schluss bildet die Nummer des Legebetriebs nach dem Legehennenbetriebsregistergesetz (LegRegG). Deren erste Ziffer steht für das Bundesland, die letzten Ziffern bezeichnen den Stall. Ein Betrieb mit mehreren Ställen hat also mehrere Nummern, die sich nur am Ende unterscheiden.

Der Erzeugercode beantwortet damit genau eine Frage: Aus welchem Stall welchen Betriebs stammt dieses Ei, und unter welchen Haltungsbedingungen wurde es gelegt. Über die Verpackung, den Handel und die weiteren Stationen sagt er nichts.

Das Identitätskennzeichen auf der Packung

Auf der Eierschachtel selbst sitzt ein zweiter Code, und zwar ein ovales Identitätskennzeichen wie DE NI 12345 EG. Es gehört nicht dem Legebetrieb, sondern der Packstelle: dem Betrieb, der die Eier sortiert und verpackt. Packstellen sind zulassungspflichtige Betriebe der Sektion X, Eier und Eiprodukte, und tragen in der amtlichen Liste die Betriebsart EPC für Eierpackstelle.

In der Betriebsliste des BVL sind derzeit 5.080 Betriebe für die Sektion X zugelassen, Stand 10.9.2026. Darunter sind neben Packstellen auch Betriebe, die Flüssigei herstellen (Betriebsart LEP) oder Eiprodukte verarbeiten.

Legebetrieb und Packstelle können dasselbe Unternehmen sein, müssen es aber nicht. Große Packstellen sammeln Eier von vielen Höfen; deshalb liegen in einer Schachtel häufig Eier mit unterschiedlichen Erzeugercodes, während auf der Schachtel nur ein einziges Identitätskennzeichen steht.

Wenn aus Eiern Eiprodukte werden

Sobald Eier aufgeschlagen und weiterverarbeitet werden, endet die Zuständigkeit des Erzeugercodes. Flüssigei, Eipulver und andere Eiprodukte kommen aus zugelassenen Betrieben, die in der Liste ebenfalls unter Sektion X geführt werden, etwa mit der Betriebsart LEP für einen Flüssigei-Betrieb. Auf deren Gebinden und auf den Endprodukten steht wieder ein Identitätskennzeichen, diesmal das des verarbeitenden Betriebs.

Warum rohe Eier kein Identitätskennzeichen tragen

Ein rohes Ei in der Schale trägt selbst kein ovales Kennzeichen: Es ist davon ausgenommen und wird stattdessen nach Marktrecht gekennzeichnet, also mit dem Erzeugercode. Die Kennzeichnung der Schale übernimmt damit eine andere Regelungsebene als die Hygienevorschriften, aus denen das Identitätskennzeichen stammt.

Deshalb finden Sie an einer Packung Eier zwei Codesysteme nebeneinander, die zu verschiedenen Registern gehören und verschiedene Fragen beantworten. Wer beide durcheinanderbringt, sucht die Nummer im falschen Verzeichnis und findet nichts: Ein Erzeugercode taucht in der Betriebsliste des BVL nicht auf, und eine Zulassungsnummer aus dem Oval steht nicht in der Legehennendatenbank.

Zwei Codes, zwei Register

Erzeugercode auf dem Ei und Identitätskennzeichen auf der Packung
ErzeugercodeIdentitätskennzeichen
Beispiel0-DE-1234567DE NI 12345 EG
Steht aufdem einzelnen Eider Verpackung
Bezeichnetden Legebetrieb und den Stalldie Packstelle, die sortiert und verpackt
RechtsgrundlageEU-Vermarktungsnormen für Eier, Verordnung (EG) Nr. 589/2008, und das LegehennenbetriebsregistergesetzVerordnung (EG) Nr. 853/2004, Anhang II Abschnitt I
Nachschlagbarin der Datenbank des KAT-Vereinsin der BVL-Betriebsliste und auf dieser Seite

Der Erzeugercode ist über die Datenbank des KAT-Vereins unter was-steht-auf-dem-ei.de auflösbar. Das Identitätskennzeichen steht in der BVL-Betriebsliste und ist hier direkt durchsuchbar.

Beide Register haben verschiedene Träger und verschiedene Zwecke, und keines ersetzt das andere. Der Erzeugercode gehört zum Vermarktungsrecht für Eier und beschreibt die Erzeugung, das Identitätskennzeichen gehört zum Lebensmittelhygienerecht und beschreibt den zugelassenen Betrieb. Erst zusammen ergeben sie ein vollständiges Bild vom Stall bis zur Schachtel.

Welchen Code Sie wofür brauchen

  • Sie wollen wissen, aus welchem Stall das Ei kommt: Erzeugercode auf dem Ei ablesen und beim KAT-Verein nachschlagen.
  • Sie wollen wissen, wer die Packung gefüllt hat: ovales Kennzeichen auf der Schachtel ablesen und hier nachschlagen.
  • Sie halten ein verarbeitetes Eiprodukt in der Hand, etwa Flüssigei, Eipulver oder ein Fertiggericht: Dort steht das Identitätskennzeichen des verarbeitenden Betriebs.

Was das ovale Kennzeichen in keinem der Fälle verrät, ist die Herkunft der Rohstoffe. Das Bundesernährungsministerium formuliert es so: "Die Herkunft der Rohstoffe ist daraus jedoch nicht abzuleiten." Bei Eiern übernimmt diese Aufgabe der Erzeugercode.

Häufige Fragen

Was bedeutet die erste Ziffer im Eiercode?

Sie steht für die Haltungsform: 0 für ökologische Erzeugung, 1 für Freilandhaltung, 2 für Bodenhaltung und 3 für Käfighaltung einschließlich Kleingruppenhaltung.

Warum steht auf der Eierschachtel eine andere Nummer als auf dem Ei?

Weil es zwei verschiedene Register sind. Auf dem Ei steht der Erzeugercode des Legebetriebs nach den EU-Vermarktungsnormen, auf der Schachtel das Identitätskennzeichen der Packstelle nach der Verordnung (EG) Nr. 853/2004.

Kann ich den Erzeugercode hier nachschlagen?

Nein. Diese Seite löst Identitätskennzeichen aus der BVL-Betriebsliste auf. Für den Erzeugercode auf dem Ei gibt es die Datenbank des KAT-Vereins unter was-steht-auf-dem-ei.de.

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Weitere Artikel

Quellen: Verordnung (EG) Nr. 853/2004, Anhang II Abschnitt I (EUR-Lex); Bundesernährungsministerium, "Das Identitätskennzeichen" (bmleh.de); Listen der zugelassenen Betriebe des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BLtU), Stand 10.9.2026; Codes nach der Legende der EU-Kommission (SANCO/2179/2005).

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